
Biblische Bilder für die Kirche als Herausforderung
«Die Kirche hat vorn und hinten Augen», meinte einst Bernhard von Clairvaux (ca. 1090-1153). Dieses Bild drückt aus, dass lebendige Erinnerung, unerschütterliche Hoffnung und stete Auseinandersetzung mit der Zeit zu ihrer Aufgabe gehören.
Der Blick nach hinten – auf die entstehende Kirche – offenbart dabei Konflikte und Krisen, die uns heute nur zu bekannt vorkommen: Es mussten Wege gefunden werden, um das Evangelium in sich verändernden Situationen verkünden zu können. Wie konnte es gelingen, die Glut des Feuers zu bewahren, das Jesus auf die Erde geworfen hatte? Wie, die frohe Botschaft nach dem Tod der Augenzeugen für spätere Generationen aktuell zu halten? Wie, sich in neuen kulturellen und politischen Situationen zurechtzufinden? Wie, Tradition zu leben?
In vielfältigen Bildern wird im Matthäusevangelium und in den neutestamentlichen Briefen über diese Herausforderungen nachgedacht – über die missionarische Sendung der entstehenden Kirche als Salz der Erde und Licht der Welt, ihr Zeugnis als lebendiger Organismus, ihre Fragilität als Bauwerk und Baustelle, ihr Gang durch die Zeit als pilgerndes Gottesvolk. Diese vielfältigen Bilder der Kirche bleiben auch für uns heute Auftrag und Herausforderung. Ihnen wollen wir in vier Matineen nachspüren.
26. Oktober, 2., 16. und 23. November 2024
jeweils 9.15-12.15 UhrKatholische Pfarrei Gut Hirt, Guthirtstrasse 1, 6300 Zug