
Strukturelle Ungerechtigkeit verstehen, pädagogisch aufgreifen und Handlungsmöglichkeiten erkunden
Kursdetails
Konflikte gehören zu unserem Alltag – in Schule, Kirche und Gesellschaft. Oft erscheinen sie klein und persönlich. Gleichzeitig prägen Krieg und gewaltsame Auseinandersetzungen die Weltpolitik. Dieser Kurs verbindet diese beiden Ebenen und zeigt: Gewalt beginnt häufig lange bevor Waffen eingesetzt werden – im Nahbereich ebenso wie im globalen Kontext.
Gemeinsam erkunden wir, was Gewalt ist, wo sie beginnt und wie sie sich in direkter, struktureller und kultureller Form zeigt. Wir betrachten alltägliche Erfahrungen von Ungleichheit, Ausgrenzung oder Ohnmacht und schlagen den Bogen zu grösseren gesellschaftlichen Spannungen, Ressourcenkonflikten und Kriegen. So wird sichtbar, dass zwischen persönlichen Konflikten und globaler Gewalt Zusammenhänge bestehen und dass Krieg oft das sichtbare Ende längerer Gewaltprozesse ist.
Ein besonderer Fokus liegt auf struktureller Ungerechtigkeit und ihren oft verborgenen Wirkungen. Zugleich fragen wir, wie wir als Einzelne und als Teil von Kirche und Gesellschaft in solche Strukturen eingebunden sind. Aus der Perspektive eines kirchlichen Hilfswerks wird sichtbar, wie auf verschiedenen Ebenen an Gerechtigkeit, Frieden und Gewaltprävention gearbeitet wird. Der Kurs bietet Anregungen, diese Zusammenhänge im Religionsunterricht aufzugreifen und mit Jugendlichen erfahrbar zu machen.
Ziele
- TN erweitern ihr Verständnis von Gewalt über körperliche Gewalt hinaus
- TN können direkte, strukturelle und kulturelle Gewalt unterscheiden
- TN erkennen Zusammenhänge zwischen Alltagskonflikten, struktureller Ungerechtigkeit und Krieg
- TN verstehen Krieg als sichtbaren Ausdruck längerer, oft verborgener Gewaltprozesse
- TN setzen sich mit ihrer eigenen Verstrickung in Strukturen von Ungerechtigkeit auseinander
- TN lernen die Rolle eines kirchlich geprägten Hilfswerks im Umgang mit Gewalt, Ungerechtigkeit und Friedensförderung kennen
- TN entwickeln Ideen, wie diese Themen im Religionsunterricht aufgegriffen werden können